Samuel Bastide (1879-1962)

Kunstmaler und Vortragsredner, der das Gedenken an den Protestantismus zur Zeit des Désert vermitteln will.

Ein ganzes Leben für eine Bekehrung durch das Bild

  • Schlachtszene, Glasmalerei von Samuel Bastide © Musée des Vallées Cévenoles

Samuel Bastide wird 1879 in Saint-Jean-du-Gard geboren. Im Alter von elf Jahren beendet er trotz guter Schulnoten seine Schullaufbahn, um den Beruf des Kupfergraveurs zu erlernen ; später gründet er ein Atelier für fotografische Vergrößerungen und studiert, ohne bis zum Abschluss zu kommen, Theologie in Genf.

Im Alter von 18 Jahren engagiert er sich im Blauen Kreuz (Antialkoholismusbewegung) und widmet sich sein ganzes Leben treu dieser humanitären Arbeit. In diesem Rahmen und um einen Abend zu gestalten, realisiert er 1908 seine erste Serie von Lichtprojektionen nach dem Märchen von Alphonse Daudet, La chèvre de Monsieur Séguin (Die Ziege von Monsieur Séguin). Während des ersten Weltkrieges ist er Leiter eines Soldatenwohnheims ; er wiederholt seine Projektionen.

Nach dem Krieg leitet er zivile Wohnheime, wird dann reisender Vortragsredner für die Société Centrale Evangélique. Er organisiert ein Verleihsystem von Projektionsserien für Kirchen, die diese benutzen möchten.

Er tritt 1938 in den Dienst der Nationalen Antialkoholikerliga, wo er neue Montagen für neues Publikum entwirft : für Schulen, Volksschullehrerseminare und Kasernen.

Nach Saint-Jean-du-Gard zurückgekehrt, besucht er mit seinen Projektionen bis zum Alter von 77 Jahren Gemeinden und Schulen.

Er stirbt 1962 in Lausanne.

Ein originelles Werk, das aus Tausenden von bemalten Glasplatten besteht, die man projiziert

Bastide entwirft sehr genaue Zeichnungen ; er macht eine fotografische positive Verkleinerung auf einer Glasplatte von 8 x 8 cm, die er mit der Hand nachmalt und dann mit einer von ihm selbst entworfenen faltbaren (zu Verringerung des Umfangs) Doppellaterne, projizieren kann.

Er erschafft so mehr als zweitausendfünfhundert Motive für fünfunddreissig Montagen, die sich in vier unterschiedliche Bereiche einordnen lassen : kurze, haupsächlich profane Serien (Fabeln, Märchen von Daudet), die er als Vorprogramm oder vor einem nichtreligiösen Publikum zeigt. Längere, etwa eine Stunde dauernde Montagen, in drei Themen aufgeteilt : erzieherische Serien (Kampf gegen den Alkoholismus), biblische Serien (überwiegend Veranxschaulichungen des Neuen Testaments) und schließlich das, was den Hauptteil seines Werkes ausmacht : die Serien, die der Geschichte des Protestantismus gewidmet sind. Er will in seinen historischen Montagen heldenhafte Männer und Frauen zur Geltung bringen, die er als Beispiele für ihre Glaubenstreue und ihren Widerstand gegen die Verfolgung, die sie zwingen sollte, gegen ihr Gewissen zu handeln, darstellt.

Seine Montagen sind ein einzigartiges Werk, das die Geschichte des Protestantismus illustriert. Sie befinden sich zur Zeit im Musée des Vallées Cévenoles, wie auch sein Material und Erinnerungsstücke.

Bibliographie

  • Bücher
    • BASTIDE Samuel, Les pasteurs du Désert, Musée du Désert, 1901
    • BASTIDE Samuel, L’Exode de Huguenots, Musée du Désert, 1901
    • BASTIDE Samuel, Les Galériens pour la Foi, Musée du Désert, 1901
    • BASTIDE Samuel, La Tour de Crest et ses martyrs, Musée du Désert, 1901
    • BASTIDE Samuel, Les prisonnières de la Tour de Constance, Musée du Désert, 1901
    • CABANEL Patrick et ENCREVE André , Dictionnaire biographique des protestants français, de 1787 à nos jours, Editions de Paris - Max Chaleil, Paris, 2015, Tome 1 : A-C
    • CABANEL Patrick et JOUTARD Philippe, Les camisards et leur mémoire, 1702-2002, colloque du Pont-de-Montvert (25 et 26 juillet 2002), Presses du Languedoc, Montpellier, 2002, p. 278
    • JOUTARD Philippe, Les camisards, Gallimard, collection Folio Histoire, Paris, 1994

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