Salomon de Brosse (1571-1626)

Architekt

In einer der berühmtesten Architektenfamilien des 16. Jahrhunderts geboren, war Salomon de Brosse, der das Palais du Luxembourg (heutiger Senat) für Marie de Medici baute, ein Architekt von Rang. Unter seinen zahlreichen Werken ist die Wiederaufbau der vor der Widerrufung berühmtesten protestantischen Kirche hervorzuheben : der protestantischen Kirche von Charenton.

Eine protestantische Architektenfamilie

  • Schloss Verneuil (37) © S.H.P.F.

Als Sohn des Architekten Jean de Brosse, Enkel von Jacques I. Androuët du Cerceau mütterlicherseits und daher Neffe von Jacques II. Androuët du Cerceau wird Salomon de Brosse 1571 in einem hugenottischen Architektenmilieu in Verneuil-en-Halatte geboren. Es ist wahrscheinlich, dass er die erste Ausbildung in seinem Familienkreis erhält, der dafür die günstigsten Bedingungen bietet.Darüberhinaus nimmt er Ende des 16. Jahrhunderts an der letzten Bauphase des Schlosses von Verneuil (zerstört) teil, an dem sein Großvater du Cerceau arbeitete. Er taucht 1597 auf der Baustelle des Schlosses von Montceaux auf, wo er mit seinem Onkel Jacques II. Androuët du Cerceau arbeitet. Nach dem Edikt von Nantes lässt er sich mit seiner Familie in Paris nieder. Als er im Dezember 1626 stirbt, wird er auf dem protestantischen Friedhof von Saint-Germain bestattet.

Die bekannten späten und bemerkenswerten Werke

  • Schloss von Blerancourt (02), von Salomon de Brosse erbaut © Collection privée

Erst seit dem Jahre 1610 ist uns sein Werk wirklich bekannt. Er ist zu dem Zeitpunkt sehr gefragt :

  • Profane Architektur. Zu dieser Zeit erhält er mehrere Aufträge : 1612 das Schloss von Blérancourt (Oise), das vor 1619 fertiggestellt wird und von dem die Pavillons am Eingangsflügel erhalten bleiben ; 1613 das heute zerstörte Schloss von Coulommiers (Seine-et-Marne) für Catherine de Gonzague, Herzogin von Longueville, heute zerstört ; 1615 in Paris das Palais du Luxembourg für Marie de Medici, das noch existiert und in dem heute, ein wenig verändert, der Senat untergebracht ist. Sein plastisches Spiel mit dem Volumen und seine Vorliebe für Erhebungen sind an den Beispielen des Palais du Luxembourg und Blérancourt, die ebenfalls gute Kenntnisse der italienischen Renaissancearchitektur aufweisen, deutlich erkennbar. Trotz der im 18. Jahrhundert durchgeführten Veränderungen zeigt die 1618 begonnene Fassade des Parlaments der Bretagne in Rennes (in dem heute der Justizpalast untergebracht ist) die gleichen Bestrebungen. Blérancourt bereitet schließlich in besonderem Maße den Weg zur klassischen Konzeption eines Schlosses, wie ihn François Mansard weiterentwickeln wird.
  • Religiöse Architektur. Aus derselben Zeit (1616) stammt die Fassade der Kirche Saint-Gervais (Paris), die zum ersten Mal in der religiösen Architektur Frankreichs die Überlappung mehrerer Architektursysteme einführt. Schliesslich muss dem Architekten die Errichtung der protestantischen Kirche von Charenton, die ab 1623 nach Plänen von Jacques II. Androuët du Cerceau, Salomons Onkel, wiederaufgebaut wurde, noch zugute gehalten werden.

Bibliographie

  • Bücher
    • BLUNT Anthony, Art et architecture en France, 1500-1700, Macula, Paris, 1983
    • COOPE Rosalys, Salomon de Brosse and the Development of the Classical Style in French Architecture, A. Zwemmer, London, 1972
    • DUBIEF Henri et POUJOL Jacques, La France protestante, Histoire et Lieux de mémoire, Max Chaleil éditeur, Montpellier, 1992, rééd. 2006, p. 450
    • LAURENT René, Promenade à travers les temples de France, Les Presses du Languedoc, Millau, 1996, p. 520
    • PANNIER Jacques, Un architecte français au commencement du XVIIe siècle : Salomon de Brosse, C. Eggimann, Paris, 1911
    • REYMOND Bernard, L’architecture religieuse des protestants, Labor et Fides, Genève, 1996
  • Artikels
    • COOPE Rosalys, „History and Architecture of the Château of Verneuil-sur-Oise“, Gazette des Beaux-Arts, 22767
    • GUICHARNAUD Hélène, „Approche de l’architecture des Temples protestants construits en France avant la Révocation“, Études théologiques et Religieuses, Institut Protestant de Théologie, Montpellier, 2000, Tome 75

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