Pierre Viret (1511-1571)

Pierre Viret widmete sein Leben der theologischen Unterweisung und der Verbreitung des reformierten Glaubens. Er steht im Ruf, ein außergewöhnlicher Prediger gewesen zu sein.

Pastor in der Schweiz und in Genf

  • Pierre Viret (1511-1571) © S.H.P.F.

Pierre Viret ist der einzige französische Reformator, der in der aktuellen französischen Schweiz geboren ist : in Orbe im Kanton Waadt.

Sein Vater schickt ihn zum Studium ans Collège Montaigu in Paris (1527-1530).

Bei seiner Rückkehr nach Orbe begegnet er dem Reformator Guillaume Farel, der ihn für die Verbreitung des Evangeliums gewinnt.

Er geht zunächst in die Schweiz, nach Grandson und Payerne, dann 1534 in die Republik Genf, wo er am Kampf der Genfer gegen die Truppen des Herzogs von Savoyen teilnimmt.

1536 beteiligt er sich am Religionsgespräch von Lausanne. Danach wird er dort Pastor und lehrt an der 1537 gegründeten theologischen Fakultät.

Seine mitreißenden Predigten begeistern seine Zuhörer. 1559 muß er Lausanne verlassen. Er geht wieder nach Genf und arbeitet dort an der Gründung der Akademie mit

Pastor in Frankreich

Von Genf aus geht er nach Nîmes (1561), wo er auch als Professor wirkt und am Ausbau der Kirche mitarbeitet. Danach zieht er nach Lyon weiter, wo er im August 1563 die Nationalsynode der reformierten Kirchen leitet. 1565 muß er die Stadt jedoch wieder verlassen, da die französischen Reformierten keine im Ausland geborenen Pastoren an ihren Kirchen haben dürfen (Gesetz von Karl IX.). Er zieht sich in das Fürstentum Orange zurück, dann in den Béarn, wo die Königin von Navarra, Jeanne d’Albret, ihn zum Rektor der von ihr in Orthez gegründeten Akademie ernennt.

Während des dritten Religionskrieges wird er von den Katholiken gefangengenommen und bleibt zwei Jahre in Haft.

Als er zur Synode von La Rochelle aufbrechen will, stirbt er am 4. April 1571 in Pau

Zahlreiche Schriften

Pierre Viret hat bedeutende Werke aus den Bereichen der Theologie, der Politik und der Satire hinterlassen. Die wichtigsten sind :

Theologie

  • Instruction chrétienne en la doctrine de la foy et de l’Évangile (Christliche Unterweisung in den Grundsätzen des Glaubens und des Evangeliums), 2 Bände, Genf 1564. Es handelt sich um die erweiterte Fassung seiner 1556 erschienenen Instruction chrétienne et somme générale de la doctrine (Christliche Unterweisung und Zusammenfassung der Doktrin).
  • De la providence divine (Von der göttlichen Vorsehung), Lyon 1565.

Politik

  • Remonstrances aux fidèles qui conversent avec les papistes (Vorhaltungen an die Gläubigen, die Umgang mit Papisten pflegen), Genf 1547.

Satire

Dialogue du désordre qui est actuellement au monde (Dialog über die gegenwärtig in der Welt herrschende Unordnung), Genf 1545 ; 1552 wiederaufgelegt unter dem Titel Métamorphose chrétienne (Christliche Metamorphose), ab 1561 unter dem Titel Le monde à l’empire et le monde démoniacle (Die Welt des Reiches und die Welt der Dämonen) ; dieses Werk hat großen Erfolg gehabt

Bibliographie

  • Bücher
    • BARNAUD Jean, Pierre Viret, sa vie, son œuvre, Carayol, Saint Amans, 1911
    • BAVAUD Georges, Le réformateur Pierre Viret, Labor et Fides, Genève, 1986
    • LINDER Robert Dean, The political ideas of Pierre Viret, Droz, Genève, 1964
    • VIRET Pierre, Oeuvres complètes, L'Age de l'Homme, 2004
  • Artikels
    • CHAREYRE Pierre, „Pierre Viret et la Réformation du Béarn 1567-1571“, Centre d'études du protestantisme béarnais, 2001
    • TROILO Dominique-Antonio, „Pierre Viret et l’anabaptisme : un réformé face aux dissidents protestants“, Association Pierre Viret, 2007

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