Louise Moillon (1610-1696)

Louise Moillon, die aus einer protestantischen Pariser Künstlerfamilie stammt, ist eine der bedeutendsten Stilllebenmalerinnen ihrer Zeit. Das Ende ihres langen Lebens wird überschattet von der Aufhebung des Edikts von Nantes und deren schwerwiegenden Folgen.

Eine protestantische Malerfamilie

  • Louise Moillon, Obst- und Gemüsehändlerin © Musée du Louvre

Louise Moillon kommt 1610 in Paris in einer protestantischen Familie von Malern zur Welt, unter denen Louise Moillon die berühmteste ist. Nach dem Tod ihres Vaters, des Malers Nicolas Moillon, im Jahre 1619, heiratet ihre Mutter im folgenden Jahr in zweiter Ehe den protestantischen Stilllebenmaler François Garnier, dessen Titel eines „Bürgers von Paris“ auf Prosperität hindeutet. Er ist auch Bilderhändler und gehört zum Milieu von Saint-Germain-des-Prés. Das Mädchen, das seine Ausbildung bereits mit ihrem verstorbenen Vater begonnen hat, setzt diese mit ihrem Stiefvater fort. Als ihre Mutter 1630 stirbt, hat Louise bereits zahlreiche Stillleben gemalt, Körbe und Schalen mit Früchten, ausgelegtes Gemüse, Vasen mit Blumen, manchmal mit menschlichen Figuren (La marchande de fruits et de légumes, 1630, Louvre). Wir kennen heute an die vierzig Bilder von ihrer Hand, die im Wesentlichen zwischen 1630 und 1640 gemalt wurden und beweisen, dass die Künstlerin zu den bedeutendsten französischen Stilllebenmalern des 17. Jahrhunderts gehörte und eine der berühmtesten Malerinnen dieser Zeit war.

1640 heiratet Louise den Holzhändler Etienne Girardot de Chancourt, der aus einer aus Burgund kommenden Hugenottenfamilie stammt.

Die Zeit der Aufhebung des Edikts von Nantes

Die vom Edikt von Fontainebleau ausgelösten Wirren treffen die Mitglieder der Familie Girardot mit voller Wucht. Drohungen, Dragonaden, das Exil ihrer Kinder, Misshandlungen, dies alles fällt über Louise herein. Ihr Mann wird eingekerkert, dabei bleiben seine Überzeugungen intakt, wie aus einer Erklärung von Seigneulay hervorgeht, der 1686 schreibt : „Dem König wurde angezeigt, dass die neu übergetretenen Holzhändler …. nicht ihre Pflicht als Katholiken erfüllen und dass drei Männer namens La Chapelle, Girardot und Louis Le Verroux, die im Fort l’Evêque gefangen gehalten werden, einander Kraft geben und verhindern, dass diejenigen, die in dieses Gefängnis gesteckt werden, übertreten“ („on a donné avis au roi que les marchands de bois … nouveaux convertis ne font point leur devoir de catholiques et qu’il a y trois hommes prisonniers au Fort l’Evêque, nommés La Chapelle, Girardot et Louis Le Verroux qui se fortifient l’un l’autre et empêchent la conversion de ceux que l’on met dans cette prison“).

Mindestens eines der Kinder wird bei den „Neuen Katholiken“ (unter Zwang zum Katholizismus übergetretene reformierte Kinder) untergebracht. Zwei Kinder fliehen nach England.

Der Wortlaut des Testaments von Louise Moillon ist so zweideutig, dass er keinen Anlass für die den Rückfälligen gegenüber begangenen Gewaltakte bietet, sondern vielmehr ihr Festhalten an ihrem Glauben erkennen lässt. Sie dankt Gott, dass er sie „in seine Kirche hineingeboren werden und an der christlichen Religion festhalten ließ“ (“ a fait naître en son Eglise et persévérer en la religion chrétienne“). Sie stirbt 1696 und wird nach katholischem Ritus begraben.

Bibliographie

  • Bücher
    • FARE Michel, La Nature morte en France, Genève, 1962
  • Artikels
    • DOUEN O., „Les Girardot à l’époque de la Révocation“, Bulletin de la SHPF, SHPF, Paris, 1890, p. 69-70

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