La Rochelle
(Charente-Maritime)

Eine Hochburg des Protestantismus bereits ab 1530-1540. Die Protestanten nutzen, wie häufig zu Beginn der Verbreitung der reformierten Religion, zuerst katholische Kirchen, manchmal als Simultaneum, für ihren Gottesdienst.

Der Gottesdienst vor 1568

Die Kirche Saint-Sauveur und die Kirche Saint-Barthélemy dienen abwechselnd beiden Konfessionen. Der Saal Saint-Michel, dessen Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert stammt, wird dem protestantischen Gottesdienst zugewiesen.

La Rochelle wird zur Hochburg der Reformierten (1568)

Die protestantische Kirche Saint-Yon, ehemaliger Speisesaal des Augustinerklosters, dann die Kapelle Sainte-Marguerite (Oratorianerkloster) lösen den Saal Saint-Michel ab, der zu klein geworden ist.

Die große protestantische Kirche (1577-1689)

  • Reformierte Kirche in La Rochelle, Stich aus dem 19. Jahrhundert (17) © S.H.P.F.

1577 : Der Grundstein für die große protestantische Kirche (Grand Temple), deren Pläne Philibert Delorme zugeschrieben werden konnten, wird von Henri II. de Bourbon, Prince de Condé, gelegt, aber das Gebäude kann erst ab 1600 genutzt werden.

1603 : Einweihung des Bauwerkes, erste Predigt. Es ist ein architektonisches Meisterwerk : unregelmässiges Achteck, 49 m lang, 30 m breit und 60 m hoch. Das mit Blei gedeckte Dach liegt ohne jegliche Stütze auf einem Korbdachstuhl.

Außen : Türen verziert mit Frontgiebeln und kannelierten Säulen

1627 : Kapitulation der von Richelieu belagerten Stadt. Die große protestantische Kirche wird den Katholiken gegeben. Der König will „diese Zitadelle der Rebellion und Ketzerei“ (« cette citadelle de la rébellion et de l’hérésie ») vernichten.

1648 : La Rochelle wird Sitz des Erzbischofs, und die ehemalige große protestantische Kirche wird zur Kathedrale.

1687 : Das Bauwerk wird größtenteils durch einen Brand zerstört.

1689 : Totale Zerstörung.

Die protestantische Kirche von La Villeneuve

  • Reformierte Kirche La Villeneuve in La Rochelle (17) © S.H.P.F.

Nach der Belagerung und der Abtretung der großen protestantischen Kirche an die Katholiken, überlässt Ludwig XIII. den Protestanten ein Grundstück, um dort eine neue Kultstätte zu errichten. Ihr Bau beginnt 1630. Bescheiden, nach rechteckigem Plan gebaut, ist sie von einer Einfriedung umgeben, weist viele asymetrische Öffnungen auf und besitzt eine Glocke.

18. Januar 1685 : Das Parlament ordnet durch Erlass ihre Zerstörung an.

März 1685 : Der Abbruch wird durchgeführt : Die Gesetzestafeln und die Kanzel werden zerstört. Die Glocke wird für die Kirche Saint-Barthélemy verwendet. Die Steine dienen zum Teil dem Bau des Krankenhauses Saint-Louis, das auf dem Boden des Gotteshauses errichtet wird. Von der protestantischen Kirche bleibt nur noch der Strassenname, la rue du Prêche (die Predigtstrasse).

Protestantische Kirche der Rekolletten (Récollets)

  • Kirche von La Rochelle (17): ehemalige Kirche der Rekollekten © Musée Rochelais d'Histoire Protestante

1798 verfügen die Protestanten von La Rochelle seit der Zerstörung ihrer letzten Kirche, Temple Saint-Eloy, die 1630 gebaut und 1685 zerstört wurde, über keine Kultstätte mehr. Man stellt ihnen dann die ehemalige Kirche des Klosters der Récollets zur Verfügung, die 1691 im vorherrschen Stil der Zeit (d. h. im Stil der Gegenreformation) gebaut wurde.

1793 als Nationalbesitz verkauft, wird sie von Sieur Ranson im Namen der protestantischen Familien erworben und fünf Jahre später für den Gottesdienst genutzt. Das Innere wird verändert, die fünf Kapellen in der Südwand werden geschlossen, es werden Bänke installiert und Vertäfelungen an den Wänden angebracht.

1931 wird das protestantische Museum in einem Nachbarsaal dieser immer noch benutzten Kirche untergebracht.

La Rochelle
(Charente-Maritime)

Bibliographie

  • Bücher
    • COUNEAU Émile, La Rochelle disparue, Foucher, La Rochelle, 1904
    • DUBIEF Henri et POUJOL Jacques, La France protestante, Histoire et Lieux de mémoire, Max Chaleil éditeur, Montpellier, 1992, rééd. 2006, p. 450
    • LAURENT René, Promenade à travers les temples de France, Les Presses du Languedoc, Millau, 1996, p. 520
    • REYMOND Bernard, L’architecture religieuse des protestants, Labor et Fides, Genève, 1996

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