Johannes Oecolampad (1482-1531)

Oecolampad ist einer der ersten Reformatoren. Er bringt die Reformation nach Basel und verbreitet sie in Süddeutschland. Er gehört wie Zwingli zur reformierten Strömung.

Unter humanistischem Einfluss

  • Johannes Oecolampade © Collection privée

Johannes Husschyn, oder Huszgen, genannt Oecolampad, ist 1482 im schwäbischen Weinsberg in einer wohlhabenden Bürgerfamilie geboren. Er studiert zunächst Jura in Bologna, danach Theologie in Heidelberg.

Nach der Priesterweihe im Jahre 1510 wird er Prediger in seiner Heimatstadt. In den Ferien bildet er sich im Griechischen und Hebräischen weiter. Er macht die Bekanntschaft von Erasmus und wird sein Mitarbeiter bei der griechischen Ausgabe des Neuen Testaments. Unter humanistischem Einfluss übersetzt er seinen Namen ins Griechische: Oekolampadius (Schein des Hauses). Er übersetzt die Kirchenväter und setzt seine Theologiestudien in Tübingen, Heidelberg und Basel, wo er 1518 promoviert wird, fort.

1518 wird Oekolampad zum Prediger an der Augsburger Kathedrale ernannt. Dort wird er in die durch die Schriften Luthers entstandenen Auseinandersetzungen verwickelt. Da er sich nicht von der Kirche trennen wollte, den Ideen der Reformation aber zugetan war, tritt er 1520 in ein Kloster in der Nähe von Augsburg ein. Auch dort kann er aufgrund seiner Stellungnahmen zugunsten Luthers nicht bleiben: er verlässt das Kloster im Jahre 1522.

Der Reformator von Basel

Nach seiner Ankunft in Basel engagiert sich Oekolampad ganz in der reformatorischen Bewegung. Ab1523 gibt er öffentliche Vorlesungen und wird schließlich zum Professor ernannt. Seit 1525 ist er Pastor an der Kirche St.-Martin.

1529 führt er in Basel offiziell die Reformation ein. Bei seiner Kirchenorganisation gibt er den Laien großes Gewicht, kann aber seine Vorstellungen zur Trennung von Staat und Kirche nicht durchsetzen.

Aufgrund seiner Predigten und zahlreichen, teilweise gedruckten, Bibelkommentare erreicht er in und außerhalb Basels große Berühmtheit. Er veröffentlicht seine Werke über Jesaia, den Brief an die Römer, Maleachi, Jeremia und Ezechiel.

Zusammen mit Martin Bucer trägt er zur Verbreitung der Reform in Süddeutschland, besonders in Ulm, bei.

Ein Vertreter der reformierten Strömung

Oekolampad vertritt wie Zwingli die nur symbolische Gegenwart Christi im Abendmahl, während die Lutheraner die wirkliche Gegenwärtigkeit Christi im Abendmahl vertreten.

1529 nimmt er mit Martin Bucer am Marburger Religionsgespräch teil, um die beiden Positionen einander anzunähern, aber die Trennung der beiden protestantischen Strömungen bleibt bestehen.

Oekolampad stirbt 1531 zwei Monate nach Zwingli in Basel im Alter von 49 Jahren.

Der protestantische Theologe und Mediziner Wolfgang Capito (1478-1541) verfasst seine Biografie.

Bibliographie

  • Bücher
    • HERZOG Johann Jakob, Œcolampade, le réformateur de Bâle, Traduit de l'allemand par Armand de Mestral, 1848, Nabu Press, Janvier 2014

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