Der Protestantismus
im 17. Jahrhundert

Nach dem Frieden von Alès (1629) wird die Schwächung des reformierten Adels fühlbar. Das Großbürgertum löst ihn an der Spitze der reformierten Kirchen ab.

Der Adel

  • Die nach Brandenburg geflüchteten Militärs werden dem Großen Kurfürst vorgestellt © SHPF

Die Schwächung des protestantischen Adels im 17. Jahrhundert, der vor dem Frieden von Alès an der Spitze der protestantischen Partei stand, betrifft vor allem den Hochadel.

Der protestantische Provinzadel bleibt seinem Glauben treu. In der Picardie und im Burgund bewahren die Grundherren ihre reformierten Kultstätten, indem sie auf ihr Lehnrecht pochen.

Zahlreiche Reformierte zeichnen sich im Kriegshandwerk aus. Sie dienen in der königlichen Armee oder in Armeen ausländischer Fürsten, die mit Frankreich verbündet sind.

Nach der Widerrufung des Edikts von Nantes (1685) wandern viele Offiziere aus, um in die Dienste Wilhelms von Oranien oder des Kurfürsten von Brandenburg zu treten.

Das Bürgertum

  • Valentin Conrart, Gründer der Académie Française © SHPF

Der Protestantismus bleibt eine Religion der Stadt und des Marktfleckens.

Nach und nach werden die Protestanten ab 1660 auf königliche Verordnung von offiziellen Ämtern ausgeschlossen und wenden sich dem Finanz- und Geschäftswesen, dem Handwerk und Handel zu.

Unter den Protestanten von Paris befinden sich hohe Staatsbeamte, Bankiers wie Samuel Bernard, Geschäftsleute wie die Gobelins.

In der Provinz findet man Seidenfabrikanten in Nîmes, Händler in Lyon und Bordeaux, Tuchfabrikanten in Alençon und Montauban, Papiermacher in Angoulême, Hersteller von Wandteppichen in Aubusson.

Die städtischen Kirchen sind reich und kommen in den Genuss von sehr gut ausgebildeten Pastoren.

Die Protestanten sind in der literarischen und künstlerischen Welt vertreten, wie etwa Valentin Conrart (1603-1675), der erste Sekretär der Académie française, oder die zahlreichen Künstler, die der französischen Akademie für Malerei und Skulptur angehörten.

Die ländliche Welt

Auf dem Land wohnen die Protestanten in Weilern, Dörfern oder Marktflecken und leben von den Erzeugnissen ihrer Felder und der Wolle ihrer Schafe. Ihre Anzahl bleibt in den Regionen stabil, in denen sie schon seit 1560 die Mehrheit darstellen : in den Cevennen, im Bas-Languedoc und im Süden des Poitou.

Bibliographie

  • Bücher
    • LIGOU Daniel, Le protestantisme en France de 1598 à 1715, SEDES, Paris, 1968, p. 268

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