Die Bibliothek der Gesellschaft für die Geschichte des französischen Protestantismus (SHPF)

Im Jahre 1866 wurde die Gesellschaft für die Geschichte des französischen Protestantimus von Ferdinand de Schickler gegründet und hatte ihren Sitz zunächst auf dem Platz Vendôme, zog aber 1885 um in die Rue des Saints Pères in ein Gebäude, das ebenfalls von Ferdinand de Schickler erstanden worden war.

  • Bibliothek der Gesellschaft für die Geschichte des französischen Protestantismus (SHPF)
    © Thibault Godin (2016)

Die Bibliothek befindet sich in einem Haus mit Innenhof, das zunächst eine Konfektionswerkstatt, danach ein Büchereilager war.

Ab 1886 öffnete die Gesellschaft ihre Tore für Forscher, nachdem das Erdgeschoss in einen großen Lesesaal umgewandelt worden war.

Die Bibliothek zählte etwa 15.000 Bände; zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren es schon 30.000 und heute sind es über 180.000.

Eine gewaltige Arbeit wurde geleistet, um das Andenken an eine reformierte Vergangenheit wiederherzustellen und den Lesern eine beträchtliche Menge an Informationen zu liefern.

Außer den Büchern sind ein großer Schatz an Manuskripten, Gravuren und zahlreichen Zeitschriften erwähnenswert.

Ihre Fachliteratur erlaubt der Bibliothek, die Rolle einer Museums-Reserve zu spielen bei Ausstellungen, die sich mit der Geschichte des französischen Protestantismus befassen.

Die Gesellschaft heute

  • Bibliothèque de la Société de l’Histoire du Protestantisme Français
    Bibliothek der Gesellschaft für die Geschichte des französischen Protestantismus (SHPF) © Fondation Bersier (Thibault Godin 2015)

Die Gesellschaft zeigt in ihrer Bibliothek zeitlich begrenzte Ausstellungen, deren Themen je nach den verschiedenen Jahrestagen oder Feiern wechseln.

Sie veröffentlicht ein alle drei Monate erscheinendes Bulletin de la SHPF sowie die Hefte der Genealogie. Sie organisiert auch Vorträge.

Außer der Leitung ihrer Bibliothek und ihren Veröffentlichungen ist die Gesellschaft der Geschichte des französischen Protestantismus Besitzerin der protestantischen Museen in der Provinz, deren wichtigstes das Musée du désert (Museum der Wüste) im Mas Soubeyran in Anduze ist.

Jedes Jahr organisiert die Gesellschaft mit den Vereinigten Protestantischen Kirchen Frankreichs eine Begegnung mit den Vertretern der hugenottischen Museen in Frankreich und im Ausland.

Das Musée du Désert

Das Musée du Désert lässt 200 Jahre hugenottischer Geschichte wiederaufleben, besonders die Zeit der « Wüste » von 1685, der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV., bis 1789, d.h. den Zeitraum, während dem der Protestantismus in Frankreich verboten war.

Jedes Jahr am ersten Sonntag im September findet dort die „Versammlung der Wüste“ statt. Dabei handelt es sich um eine Versammlung von Protestanten der verschiedensten Richtungen, die zusammenkommen, um morgens an einem Gottesdienstund nachmittags an einer Gedenkfeier teilzunehmen.

Mehr darüber erfahren

Dazugehörige Rundgänge

Zufällige Vermerke