Die protestantische Kirche von Passy–Annonciation

Im Jahre 1858 hatte Pastor Eugène Casalis, ein berühmter, in Lesotho tätiger Missionar und damals Direktor der Pariser Missionsgesellschaft, die Initiative ergriffen, eine kleine protestantische Gemeinschaft im Dorf Passy aufzubauen, das zu jener Zeit noch außerhalb der Tore von Paris im Westen lag.

Die protestantische Kirche von Passy-Annonciation

  • Die protestantische Kirche von Passy-Annonciation © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)
  • Die protestantische Kirche von Passy-Annonciation © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)

Das erste Gemeindehaus war eine zerlegbare anglikanische Kapelle aus Holz, die von der Weltausstellung 1867 stammte. Pfarrer Edmond Stapfer hat den Bau des jetzigen Gebäudes geleitet, das auf einem von der Familie Delessert überlassenen Grundstück von dem Architekten Edouard Aubert errichtet wurde. Dieser hatte ein Gebäude in neu-romanischem Stil entworfen, das aus Mühlkalksteinen gebaut wurde. Ein breites, von Säulen umgebenes Treppenhaus, das von einem Mosaik-Giebeldach gekrönt wird, führt zum Kirchenschiff.

Die Kirche wird 1891 von Pfarrer Louis Vernes eingeweiht, damals Pastor in der protestantischen Kirche von Batignolles und Vorsitzender des Konsistoriums von Paris.

1934 wird das Gebäude durch eine Apsis und einen Chorumgang  vergrößert. 1959 werden Bleiglasfenster bei Maurice Max-Ingrand bestellt.

1973 bekommt die Kirche dank einer großzügigen Spende eine neue, von Kurt Schwenkedel erbaute Orgel.

Nachdem ein kongregationalistisch eingestellter Pfarrer, der vor allem den Beitritt der Gemeinde zur Protestantischen Föderation Frankreichs verweigerte, im Jahre 1908 Pastor Stapfer nachfolgte, gerät die Gemeinde in Schwierigkeiten.

1918 bittet der Kultusverein den Pfarrer Marc Boegner (geboren 1881 – gestorben 1970), den Frieden wieder herzustellen. Dieser hat bis 1954 einen langen und wertvollen Pfarrdienst geleistet und gleichzeitig Verantwortung als Präsident des Nationalen Rates der Reformierten Kirche Frankreichs getragen, der 1938 dank ihm gebildet worden war. Außerdem war er Vorsitzender der Protestantischen Föderation Frankreichs und Co-Präsident des Ökumenischen Rates der Kirchen.

1934 ist Pfarrer Pierre Maury an seine Seite getreten. Dieser Theologe, der das Gedankengut von Karl Barth in Frankreich eingeführt hat, hatte eine große Ausstrahlung in der Gemeinde und hat doch auch gleichzeitig große Verantwortung außerhalb der Gemeinde übernommen: in der Reformierten Kirche Frankreichs, in der Theologischen Fakultät von Paris und im Ökumenischen Rat der Kirchen.

Weitere Pastoren, darunter André de Robert, Charles Bonzon, Pierre Gagnier, Pierre Courthial und Daniel Atger, haben einen wichtigen Beitrag zur Ausstrahlungskraft der Gemeinde geleistet, die seither zwei hauptamtliche Pastoren beschäftigen kann.

Die Gemeinde ist der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs beigetreten.

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