Die Deportationen

Bereits 1933 wurden Konzentrationslager für die politischen Gegner in Deutschland eingerichtet, insbesondere Dachau in Bayern und Oranienburg bei Berlin. Mit der fortschreitenden Machtausdehnung des Dritten des Reichs nimmt ihre Zahl zu, von denen hier nur einige emblematische Namen genannt werden sollen : Buchenwald bei Weimar, Ravensbrück, das zentrale Lager für Frauen bei Berlin, Mauthausen in Österreich, Auschwitz in Polen, Struthof im Elsass.

Neben der Ausschaltung der politischen Gegner diente das nationalsozialistische System dem Zweck, die Arbeitskraft dieser neuen Sklaven für die deutsche Kriegsmaschinerie nutzbar zu machen „und dabei den Menschen, der als Angehöriger einer niedrigeren Rasse vernichtet werden sollte, auch noch zu erniedrigen“ (Pfarrer A. Bonifas).

Die Deportierten

  • Gedenkstätte der Deportation, Lager von Struthof, Bas-Rhin © Collection privée

Die Opfer der Gestapo waren unterschiedlicher Herkunft : „politische Gefangene“, Kommunisten oder „Gaullisten“, denen Akte des Widerstands vorgeworfen wurden (sie wurden oft von der Polizei des Vichy-Regimes verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert) ; Juden ; nach Frankreich geflohene spanische Republikaner ; Zigeuner ; Elsässer, die beschuldigt wurden, profranzösisch eingestellt zu sein ; als „Kriminelle“ abgestempelte Gefangene, denen verschiedene Straftaten gegen die Besatzungsmacht vorgeworfen wurden. Die Arbeiten des Comité d’histoire de la Seconde Guerre mondiale (Komitee für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs) konnten die Zahl der Deportierten und Überlebenden nur annähernd angeben. Man weiß, dass von den 75 721 jüdischen Menschen, die aus Frankreich deportiert wurden, 2 567 zurückgekommen sind. Für die anderen Gruppen wurde die Zahl von 230 000 genannt. Da die Sterberate nicht bestimmt werden kann, wird das Schicksal einer bedeutenden Zahl von Vermissten nie aufgeklärt werden können.

Liegt der Prozentsatz der Protestanten, die deportiert wurden, über dem für die Nation im Ganzen ? Manche, wie Germaine Tillion, haben es angedeutet, aber es gibt keine Statistik, die diese Behauptung belegt.

Das KZ-System verbietet jedes religiöse Leben

Es soll hier nicht der absolute Horror des von Hitler beschlossenen und von Himmler eingerichteten Systems der Vernichtung beschrieben werden. Darüber liegen zahlreiche Zeugnisse vor. Ab April 1945 drang dies mit der Ankunft der ersten Überlebenden in Frankreich auch in das Bewusstsein der öffentlichen Meinung.

Da jede Äußerung religiösen Lebens absolut verboten ist, „muss der Ausdruck geistigen Lebens in den Konzentrationslagern sehr schlicht gehalten werden“ („l’évocation de la vie spirituelle dans les camps de concentration doit être empreinte de beaucoup de sobriété“) (Pfarrer A. Bonifas). Individuelles Gebet, seltene Feiern im Geheimen unter oft unbeschreiblichen Bedingungen. Es gibt zahlreiche schriftliche Berichte über diese Persönlichkeiten, die ihre inneren Freiheit und ihre Solidarität verbunden mit ihrer geistigen Kraft unter Beweis gestellt haben.

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