Der Schritt in Richtung Einheit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird sich die Notwendigkeit der Geschlossenheit den verschiedenen Kirchen aufdrängen und 1905 zur Gründung der Fédération protestante de France führen.

Erste Schritte zur Ökumene

  • Charles Wagner © S.H.P.F.

Die Unterschiedlichkeit der Reformierten wird bis zu den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts andauern. Nach der Aufkündigung des Konkordats hatte die offiziöse Synode von Reims im Mai 1905 die Einberufung einer Generalversammlung der reformierten Kirchen beschlossen, die aber nicht statt fand. Um den Bruch zwischen den zwei großen Parteien zu vermeiden, der sich bei der Synode von Montpellier (1906) verhärtet hatte, wurde von einigen Pfarrern, darunter W. Monod, zu einer Versammlung aufgerufen, die das Ziel hatte, die Mittel zu untersuchen, die es erlauben würden, die Einheit wiederherzustellen. Diese Versammlung fand in Jarnac statt (im Oktober 1906), und eine Grundsatzerklärung wurde mit Hilfe von Charles Wagner und W. Monod ausgearbeitet. Im Grunde war die Versammlung von Jarnac ein Misserfolg, denn statt eine Wiedervereinigung herbeizuführen, brachte sie das Auftauchen einer dritten Union mit sich, der nationalen Union der reformierten Kirchen (meist als ‚Union von Jarnac‘ bezeichnet), die im darauffolgenden Jahr in der Synode von Paris offiziell anerkannt wurde.

Der französische Protestantismus wurde also aus drei kirchlichen Unionen gebildet :

  • die Union der evangelischen reformierten Kirchen : die zahlenmäßig größte mit 440 Kirchen und 410 Pfarrern.
  • Die Union der vereinten reformierten Kirchen (ehemalige liberale Kirchen) mit 100 Kirchen und 120 Pfarrern.
  • Die nationale Union der reformierten Kirchen (genannt : von Jarnac) mit 80 Kirchen und 100 Pfarrern.

Man zählte ebenfalls etwa 50 autonome Kirchen. Die Kirchen von ‚Jarnac‘ und die liberalen vereinigen sich 1912 unter dem Namen Union der reformierten Kirchen.

Die Fédération Protestante de France (FPF)

Aber die Notwendigkeit der Geschlossenheit gegenüber den Staatsgewalten, die Entwicklung der Liberalen hinsichtlich ihrer Lehren, insbesondere das Vorgehen der Pfarrer Wilfred Monod und Elie Gounelle führen im Oktober 1905 in Nimes zur Gründung der Fédération protestante de France, welche die Reformierten, Liberalen, Bibeltreuen, Lutheraner, Methodisten umfasst und der 1919 die Baptisten beitreten.

Bibliographie

  • Bücher
    • MONOD Wilfred, Pour l’Unité protestante, Paris, 1932

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