Der Palast der Frau

Dieses „soziale Hotel“ gehört der Heilsarmee. Es wurde 1912 anstelle des Klosters der „Töchter des Kreuzes“ erbaut und auf verschiedene Arten genutzt. Das Kloster war 1641 auf einem 42 Hektar großen Gelände errichtet worden. Mehrere Persönlichkeiten sind dort beigesetzt worden, unter ihnen vielleicht Cyrano de Bergerac. Die Nonnen wurden 1792 vertrieben.

Der Palast der Frau

  • Palast der Frau © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)
  • Palais de la femme
    Palast der Frau © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)

Das vom Staat aufgekaufte Gebäude diente nacheinander als Futterlager, Werkstatt für ein Beerdigungsinstitut und sogar als Gefängnis. Es wurde schließlich 1906 abgerissen.

Im Jahre 1912 baute die „Stiftung der Arbeiterhäuser“ dort ein einfaches Hotel mit 143 Zimmern, das während des Krieges 1914-1918 als Krankenhaus diente.

1926 wurde es von Achille Peyron gekauft, General der Heilsarmee, der es in einen Aufnahmeort für alleinstehende und in Not geratene Frauen verwandelte.

Seit 2009 ist es zu einem „Zentrum für Unterbringung und Stabilisierung“ geworden und hat damit seine Aufgabe noch genauer festgelegt.

Das Hauptquartier der Heilsarmee liegt Rue des Frères Flaviens Nummer 60, im 20. Bezirk von Paris. Die französische Struktur, die unter der deutschen Besatzung verboten war, ist nach dem Krieg wieder erstanden.

Sie hat sich in zwei Teile geteilt: die Kongregation der Heilsarmee, die in ganz Frankreich über 25 Evangelisierungposten verfügt, und die Stiftung der Heilsarmee, die mehr als 120 Einrichtungen und soziale Dienste in Frankreich unterhält.

 

Die Heilsarmee ist während der industriellen Revolution entstanden. Sie wurde 1878 von dem englischen Pfarrer William Booth gegründet, der schockiert war von dem Anblick der Arbeitermassen, die sich in den Armenvierteln im Osten von London zusammendrängten.

Für ihn muss der soziale, politische und ökonomische Fortschritt aus einer tiefen inneren Wandlung des Menschen hervorgehen, der durch die Macht des Evangeliums mit sich selbst versöhnt wird. Aber William Booth weiß auch, dass man, bevor man jemandem vom Himmelreich spricht, ihm zuerst anständige Lebensbedingungen auf Erden anbieten muss. Hier liegt der Ursprung der volkstümlich gewordenen Devise: „Suppe, Seife, Seelenheil“.

William Booth wurde vom militärischen Modell inspiriert, um die zahlreichen Bekehrten, die ihm folgen, zusammenzubringen und in Bewegung zu setzen. Seine Organisation verfügt also über eine Hierarchie, eine Ordnung, eine Uniform, Vorschriften. Diese Methode erweist sich als sehr wirksam.

Heute ist die Heilsarmee eine internationale Struktur in 120 Ländern und umfasst 2,5 Millionen Heilsarmee-Mitglieder auf der ganzen Welt. Sie arbeitet überall da, wo es nötig ist und wo ihre Hilfe angenommen wird. Das Hauptquartier liegt in London unter der Autorität eines Generals, der die Aktionen weltweit koordiniert.

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