Das Viertel Victoires

Zwischen der Börse und dem Louvre gelegen, wurde dieses Viertel im 17. Jahrhundert auf verschiedenen verlassenen Grundstücken gebaut. Außer der Krone sicherten reiche Höflinge die Finanzierung.

Das Viertel Victoires

  • Place des Victoires
    Platz von Victoire © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)
  • Quartier des Victoires - Statue équestre de Louis XIV (1822)
    Siegerplatz - Statue von Louis XIV (1822) © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)

Das 1598 unterzeichnete Edikt von Nantes wurde nach dem Tod von Heinrich IV. regelmäßig revidiert. In dem Maße wie die königliche Macht in Frankreich zunahm und militärische Eroberungen gelangen, wurden die den Protestanten zugestandenen Rechte weiter beschnitten bis zur Aufhebung des Ediktes 1685 durch das Edikt von Fontainebleau. Das Viertel Victoires, im zweiten Pariser Stadtbezirk, trägt Spuren dieser Veränderungen.

Auf der Höhe des Palastes Brongniart an der U-Bahn-Haltestelle Bourse (Börse) geht man die Rue de la Banque entlang in Richtung des Louvre-Museums. Recht schnell gelangt man auf den Platz der „Petits-Pères“ (kleine Väter), wo die Basilika Notre Dame des Victoires

(Die Heilige Jungfrau der Siege) steht. Ludwig XIII. hatte während der Belagerung von La Rochelle gegen die Protestanten im Jahre 1628 den Eid geschworen, dass er im Falle eines Sieges eine Maria geweihte Kirche erbauen wollte. Der Grundstein wurde 1629 in Anwesenheit von Jean-Baptiste Gondi gelegt, des künftigen Kardinals von Retz, an der Stelle eines Klosters der „kleinen Augustiner“, die man „kleine Väter“ nannte. Die noch provisorische Kirche wurde bis 1666 genutzt. Sie ist zur Sakristei des jetzigen Gebäudes geworden. Verschiedene Schautafeln erinnern an diese Ereignisse.

Beim Verlassen des Platzes der „Petits-Pères“ folgt man der Rue Notre Dame des Victoires in Richtung Louvre. Sie mündet auf den Platz Victoires, der 1680 nach den Plänen von Jules Hardouin Mansart gestaltet wurde zur Feier der militärischen Siege von Ludwig XIV., die im Frieden von Nimwegen 1678 besiegelt worden waren.

Ursprünglich handelte es sich um einen geschlossenen Platz in Hufeisenform. Alle Häuser hatten zwei Stockwerke, die von einer Mansarde gekrönt wurden; jedes Stockwerk ruhte auf großen Bögen, die von einem Aufsatz gekrönt wurden, der die Großtaten Ludwigs XIV. abbildete.

Viele dieser Häuser sind in der Folgezeit aufgestockt worden: diese Aufsätze sind in der Galerie Richelieu im Louvre zu sehen: man wird feststellen, dass sie den Protestanten gegenüber nicht sehr zartfühlend sind.

In der Mitte des Platzes befand sich eine große Statue von Ludwig XIV. Die Statue des Königs wurde 1792 während der Revolution eingeschmolzen, als der Platz „Platz der nationalen Siege“ genannt wurde. Die Statue wurde 1882 durch die Reiterstatue ersetzt, die man heute bewundern kann.

Wenn man in der Rue Croix des Petits-Champs in Richtung Louvre geht, kommt man an die Häuser, in denen Saint-Vincent de Paul, General der Galeeren, und Bossuet, ein großer Gegner der Protestanten, kurze Zeit gewohnt haben.

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