Das Diakonissenhaus von Reuilly

Dieses Gebäude war bis 1970 das Mutterhaus der Gemeinschaft der Diakonissen von Reuilly, die 1841 von Pfarrer Antoine Vermeil und Caroline Malvesin, einem seiner Gemeindeglieder, gegründet worden war.

Das Diakonissenhaus von Reuilly

  • Hôpital des diaconesses
    Diakonissenkrankenhaus © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)
  • Das Diakonissenhaus von Reuilly © Fondation Bersier (Thibault Godin 2016)

Ihr Ziel war es, einen Verein christlicher Frauen zu gründen, die „der Glaube dazu brächte, Dienerinnen des Herrn zu werden für jegliches Werk, das er ihnen anvertrauen wollte“.

Das Leben der Gemeinschaft gliederte sich um eine „Hausordnung“, die von der absoluten Heiligkeit Gottes, der Ungerechtigkeit der Welt und dem Wachstum der Kirche handelte und sich der Lehre, dem Schutz der „reumütigen Mädchen“ und dem religiösen Halt für alle widmete.

Die Gründung der Gemeinschaft der Diakonissen geschah nicht ohne Widerstand von Seiten der protestantischen Kirchen. Die Idee der Gelübde: Armut, Gehorsam, Zölibat; die des Engagements dieser Frauen, ihrer Leben und Güter – schien der unbedingten Freiheit der Person unter dem Blick Gottes zu widersprechen.

Aber für die Diakonissen sind die Wahl des Klosters und das Gemeinschaftsleben eine Bestätigung dafür, dass die Taufe das einzige und ausreichende Siegel ist für die Vergebung Gottes und die Gnade des Heils.

Die Gemeinschaft der Diakonissen von Reuilly hat sich schnell vergrößert: am Ende des 19. Jahrhunderts gab es etwa 30 Schwestern, am Anfang des 21. Jahrhunderts leben über 100 in 15 Gemeinschaften in Europa, Afrika und in Polynesien.

Die Notwendigkeit, verschiedene Orte zu haben für den Dienst im Krankenhaus einerseits und ein Leben in Stille und Abgeschiedenheit andererseits, hat sich ab 1970 klar abgezeichnet. Der größte Teil der Gemeinschaft von Reuilly zieht also um nach Versailles, wo sich das Mutterhaus niederlässt, in dessen Nähe das Krankenhaus Claire Demeure gebaut wurde.

Das Haus in der Rue de Reuilly ist stark vergrößert worden – es ist jetzt ein Krankenhaus, ein Diakonissenkrankenhaus, dem eine Krankenpflegeschule angeschlossen wurde.

In der Straße, die an die Rue de Reuilly angrenzt, in der Nummer 43 der Rue du Sergeant Bouchat, befindet sich das protestantische Altersheim der „Muette“, das inzwischen von den Diakonissen übernommen worden ist.

Die Stiftung Diakonissen von Reuilly umfasst Einrichtungen der drei Sektoren Gesundheitswesen, medizinisch-soziale Dienste und Ausbildung, in denen die Diakonissen mitwirken. Ihre Devise lautet: „Begleiten wir das Leben.“

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