Claude Goudimel
(um 1520-1572)

Claude Goudimel ist einer der wichtigsten französischen Komponisten des 16. Jahrhunderts. Er schafft eine polyphone Fassung für vier Stimmen der 150 Psalmen des Genfer Psalters, die im Kreis der Familie gesungen werden sollen. Diese Fassung hat einen ungeheuren Erfolg und wird noch heute gesungen.

Biographie

  • Die Psalmen Davids vertont von Goudimel (1563)

Claude Goudimel oder Godimel wurde um 1520 in Besançon geboren. Seine Anwesenheit wird 1542 in Paris bezeugt, wo er an der Universität studiert. Er hat eine Stelle als Korrektor bei dem Drucker Nicolas Du Chemin inne, der ihn danach als Partner annimmt. Gegen 1557 lässt er sich in Metz nieder.

Um 1560 zum Protestantismus übergetreten, interessiert er sich für die Texte und Melodien des Genfer Psalters. Im Jahre 1572 wird er in Lyon während der Bartholomäus-Nacht ermordet. Sein Leichnam wird in die Rhône geworfen.

Er ist ein vielschreibender Komponist, der Messen und Motetten für die katholische Kirche komponiert hat, aber auch zahlreiche weltliche Lieder. Er vertont Gedichte von Ronsard und eine Ode an Michel de l’Hospital.

Die Vertonung der Psalmen

  • Die Psalmen Davids vertont von Goudimel (1563)

Man spricht oft von Goudimels Psalmen. Doch Goudimel hat nicht die Melodien der Psalmen geschaffen, sondern polyphone Fassungen für vier oder mehr Stimmen. Er ist übrigens nicht der einzige Musiker, der die Psalmen vertont hat. Aber seine einfachste Vertonung für vier Stimmen, die das Verständnis des Textes erleichtert (auch Note gegen Note genannt) hat einen solchen Erfolg verzeichnet, dass sie die anderen ein wenig in den Schatten gestellt hat.

Er ist außerdem der einzige, der den gesamten Psalter vertont hat, das heißt die 150 von Clément Marot und Théodore de Bèze in Versform gesetzten Psalmen.

Die anderen polyphonen Fassungen von Goudimel (blühender Kontrapunkt oder Motette für vier bis acht Stimmen) sind Profis vorbehalten und werden noch heute in Konzerten gesungen.

All diese polyphonen Fassungen der Psalmen waren für den privaten Gebrauch bestimmt. In der Kirche im 16. Jahrhundert wurden die Psalmen einstimmig gesungen. Goudimel betont im Vorwort zu seinen Psalmen, dass er sie komponiert hat, „nicht um in der Kirche gesungen zu werden, sondern um sich Gottes in den Häusern zu erfreuen“.

Calvin selbst empfahl den Gesang der Psalmen zu Hause, im Kreise der Familie.

Goudimels Psalmen haben einen ungeheuren Erfolg. Sie sind während der ganzen Geschichte des Protestantismus gesungen worden, sogar in Zeiten der Verfolgung. Auch heute werden sie noch gesungen.

Bibliographie

  • Bücher
    • PIDOUX Pierre, Le psautier huguenot du XVIe siècle, Baerenreiter, Bâle, 1962
    • WEBER Édith, La musique protestante en langue française, Honoré Champion, Paris, 1979

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