Claude du Chastel (1554-1587)

Ein adliger Katholik begehrt eine reiche Hugenottenerbin, oder die Geschichte von Romeo und Julia zur Zeit der Religionskriege…

Eine missbilligte Idylle

Claude du Chastel, Waise und reiche Erbin aus dem hugenottischen Lager, wächst aufSchloss Combourg (von Chateaubriand später verewigt) auf. 1565 bekennt sie sich mit 12 Jahren öffentlich zum hugenottischen Glauben und bleibt ihm ihr ganzes Leben lang verbunden.

Diese reiche Erbin ist eine sehr begehrte Partie. Charles Gouyon de La Moussaye verliebt sich in sie, als sie gerade erst 12 Jahre alt ist. Diese Neigung stößt in beiden Familien auf mancherlei Schwierigkeiten .

Die hugenottische Vormundschaft Claudes will keinen Papisten als Ehemann. Die katholischen Eltern von Charles sehen es überhaupt nicht gerne, dass ihr Sohn immer mehr zum Protestanten wird. Predigten hören geht ja gerade noch, aber sich an dem militärischen Abenteuer der Reformierten beteiligen zu wollen – das ist Wahnsinn !

Claudes Vormund, der seiner Zeit wohl voraus ist, lässt sie selbst entscheiden. Claude kann einem Freier aus dem katholischen Lager nicht wohlwollend begegnen. Charles will ja zum Protestantismus übertreten, aber da ist die Gefahr, vom Vater enterbt zu werden, was wiederum die Heirat verunmöglichen würde.

Claude gibt der romantischen und beharrlichen Umwerbung Charles nach. Sie willigt ein, ihn zum Mann zu nehmen.

Wo wird geheiratet : in der protestantischen oder katholischen Kirche ?

Claude will nur in der reformierten Kirche heiraten. Die Familie La Moussaye ist damit einverstanden, aber man muss auf die königliche Erlaubnis von Charles IX warten, die verweigert wird.

Ihre Liebesgeschichte hat sich mittlerweile in allen Provinzen herumgesprochen. Der König ist davon berührt und von den jungen Leuten eingenommen. Er ordnet die Hochzeitsfeier am Hofe an. Am 20. Mai 1571 segnet der Bischof von Saint Malo das Paar in der Schlosskapelle von Gaillon. Die Braut ist in goldene Stoffe gekleidet und trägt königlichen Schmuck.

Und sie lebten glücklich...

Nach ihrer Rückkehr in die Bretagne bekennen sich beide Eheleute zum Calvinismus.

Claude und Charles leben wie Landadlige, vermeiden so oft wie möglich militärische Expeditionen, nehmen jedoch hugenottische Pfarrer und Adlige auf, auf die sich auf der Flucht befinden.

Charles löhnt höfische Ehren ab. Er begibt sich zur Hochzeit von Henri de Navarre nach Paris, kehrt aber schnell, noch vor der Bartholomäusnacht, zu seiner Frau zurück .

Das Paar erwirbt beträchtliche Besitztümer in der Bretagne und schenkt 11 Kindern das Leben. Die sehr fromme Claude unterweist sie in Psalmen und im Katechismus. Sie stirbt bei der Geburt ihres letzten Kindes 1587.

Dann schliesst sich Charles dem Heer von Henri IV gegen den Herzog von Mercoeur an.

In seinen letzten Lebensjahren verfasst er den Brief discours ,eine Gedenkschrift fürClaude Chastel und eine Unterweisung in hugenottische Frömmigkeit für seine Söhne und Töchter.

Bibliographie

  • Bücher
    • CARLUER Jean-Yves, Protestants et bretons, la mémoire des hommes et des lieux, Éd. La Cause, Paris, 1993

Dazugehörige Vermerke

Zufällige Vermerke