Chamerolles (Loiret)

Zwischen Pithiviers und Orléans kann man im Schloß von Lancelot du Lac, Lehnsherr von Chamerolles, eine hugenottische Privatkapelle aus dem 16. Jahrhundert besichtigen.

Eine reformierte Schloßkapelle

  • Schloss von Chamerolles (45) © V.M.F.

Das Schloß von Chamerolles wurde von Lancelot du Lac I. erbaut, der in zweiter Ehe mit Louise de Coligny verheiratet war, der Schwester des Marschalls von Châtillon, Vater des Admirals Gaspard II. de Coligny. Er war ein Günstling von König Ludwig XII. (1462/1498-1515), der ihn zum Gouverneur von Orléans ernannte. Sein Enkel Lancelot du Lac II. trat zu Beginn der Religionskriege (1562) zum reformierten Glauben über und befehligte die Leibkompanie des Admirals. Seine Schloßkapelle wurde zu einer protestantischen Kultstätte.

Dieses von Wassergräben und einem Renaissance-Garten umgebene Schloß wurde vor einiger Zeit von der Verwaltung des Departements Loiret erworben.

Ebenso wie das Schloß Châtillon-Coligny ist dasjenige von Chamerolles eine der großen Sehenswürdigkeiten auf dem Rundweg zur Geschichte des Protestantismus nördlich der Loire.

Die Kapelle

  • Zehn-Gebote-Tafel im Schloß Chamerolles (Loiret) © Collection privée

Bei Restaurierungsarbeiten in der Schloßkapelle wurde 1989 unter einem Gemälde, das Mariä Himmelfahrt darstellte, der Text der Zehn Gebote (goldene Schrift auf blauem Grund) entdeckt, ebenso Spuren des Vaterunsers und des Glaubensbekenntnisses in seiner hugenottischen Version („Ich glaube an eine heilige, allumfassende Kirche“).

Diese Kapelle diente der reformierten Kirchengemeinde von Chillieurs-aux-Bois als Kultstätte.

Chamerolles (Loiret)

Chamerolles, loiret

Route zu diesem Standort

Bibliographie

  • Bücher
    • DUBIEF Henri et POUJOL Jacques, La France protestante, Histoire et Lieux de mémoire, Max Chaleil éditeur, Montpellier, 1992, rééd. 2006, p. 450
    • LAURENT René, Promenade à travers les temples de France, Les Presses du Languedoc, Millau, 1996, p. 520
    • REYMOND Bernard, L’architecture religieuse des protestants, Labor et Fides, Genève, 1996

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