Bordeaux (Gironde)

In diesem Handelshafen dringt der Protestantismus durch den Handelsaustausch mit den protestantischen Ländern (England, Flandern and Holland) ein. 1560 zählt man 7.000 Gläubige. Wie in Toulouse ist auch das Parlament von Bordeaux damit beschäftigt, die Ketzerei niederzuschlagen.

Eine erste protestantische Kirche wird außerhalb der Stadtmauern in Bègles errichtet

  • Reformierte Kirche 1639 (Bègles) © SHPF

Die Bartholomäusnacht hat viele Opfer in der Stadt gefordert. Das Edikt von Nantes (1598) wird dort erst zwei Jahre nach seiner Erklärung anerkannt.

Die nach dem Edikt von Nantes außerhalb der Stadt isolierte protestantische Kirche besteht aus einem langen rechteckigen Saal von 20 m Länge, erleuchtet durch zehn hohe und enge Fenster.

Eine karge Architektur

Das Dach hat zwei Schrägen, ein Eintrittsportal öffnet sich zum Norden hin. Innen gibt es keine Dekoration, bloß weiße Kalkwände, Bänke für die Räte und die Honoratioren sind gegenüber, vor oder unter der Kanzel angebracht.

An den Wänden sieht man die zehn Gebote.

Gleich nach der Widerrufung wird die protestantische Kirche 1685 dem Erdboden gleichgemacht. Auf dem ebenen Boden lässt der Erzbischof von Bordeaux ein gewaltiges Kreuz an der Place du Prêche, heute Place Duhourquet, errichten.

Aufgrund der Wichtigkeit der von den Reformierten eingenommenen Positionen in Handel, Schifffahrt und Industrie überlebt der Protestantismus in Bordeaux, aber alle öffentlichen Stellen sind bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in der Hand der Katholiken.

Bordeaux (Gironde)

Bibliographie

  • Bücher
    • DUBIEF Henri et POUJOL Jacques, La France protestante, Histoire et Lieux de mémoire, Max Chaleil éditeur, Montpellier, 1992, rééd. 2006, p. 450
    • LAURENT René, Promenade à travers les temples de France, Les Presses du Languedoc, Millau, 1996, p. 520
    • REYMOND Bernard, L’architecture religieuse des protestants, Labor et Fides, Genève, 1996

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