Benjamin Du Plan (1688-1763)

Benjamin Du Plan gehört zu jenen kirchlichen Laien, die bei der Wiedereinrichtung des Protestantismus in der « Wüste » eine wichtige Rolle gespielt haben.

Ein aus den Cevennen stammender Offizier

Benjamin Ribaut, Herr von Du Plan, entstammt einer protestantischen Familie und wird im Schloß von Favède im Nordwesten von Alès (im heutigen Departement Gard) geboren.

Er bekommt eine militärische Ausbildung und wird unter dem Namen Du Caila in den Offiziersrang befördert, verzichtet aber schon bald auf die militärische Laufbahn.

Ab 1710 widmet er sich der Festigung und Verbreitung des reformierten Glaubens.

1715 begegnet er Antoine Court

  • Die kleinen Propheten der Cevennen © Collection M. Chaleil

Die beiden arbeiten in enger Abstimmung an der Wiederherstellung der Kirche. Trotz tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten bezüglich der « Erleuchteten » bleiben sie befreundet. Im Gegensatz zu Antoine Court beweist Benjamin Du Plan viel Nachsicht im Umgang mit den Erleuchteten und Propheten und bewundert den Mut der Prediger der « Kirchen unter dem Kreuz ».

Beide beteuern ihre Königstreue und ermahnen die Protestanten, Ruhe zu bewahren, ihre Versammlungen jedoch weiterhin abzuhalten.

Ein Unterhändler im Dienste des französischen Protestantismus (1731-1751)

Auf dem geheimen Kirchentreffen von 1725 in Nîmes wird Du Plan zum Generalbevollmächtigten der reformierten Synoden bei den auswärtigen protestantischen Mächten ernannt.

Nachdem er vier Jahre in der Republik Genf und ein Jahr in den Schweizer Kantonen verbracht hat, bereist Benjamin Du Plan ganz Europa, um für die Sache der französischen Protestanten einzutreten. Seine Kontakte mit den Ländern des Refuge reichen von England über Holland bis nach Preußen. Von den protestantischen Großmächten Europas erhält er großzügige finanzielle Zuwendungen und wirkungsvolle Unterstützung im Rahmen der Freilassung protestantischer Galeerensträflinge. Seine Anstrengungen werden jedoch nicht immer ausreichend gewürdigt : man wirft ihm in Frankreich vor, nur zu sehr dürftigen Ergebnissen gekommen zu sein. Er wird zwar 1751 von jeder Beschuldigung entlastet, verwindet diese Anwürfe jedoch nur sehr schwer.

Seine letzten Lebensjahre verbringt er in England, wo er sich auch verheiratet, und kümmert sich fortan um die hugenottischen Glaubensflüchtlinge auf den Britischen Inseln, von denen er einige in die Kolonien in Nordamerika weitervermittelt.

Er stirbt 1763 in London.

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