Aussage eines Pfarrers
der reformierten Kirche

Persönlicher Werdegang

C. stammt aus einer protestantischen Familie (obgleich seine Mutter russisch-orthodoxer Tradition ist) und engagiert sich sehr früh im Protestantismus.

Als Ehemaliger der École Polytechnique übt er nach seiner Promotion in U.S.A. verantwortungsvolle Tätigkeiten in verschiedenen Unternehmen aus. Verheiratet, Vater von vier Kindern, beschließt er mit mehr als 50 Jahren, Theologie zu studieren, um seiner ‚eigentlichen Berufung‘ nachzukommen.

Nach seinem Theologiestudium am I.P.T. (Institut Protestant de Théologie) ist er Vikar (pasteur proposant) in einer Gemeinde von Paris. Er spezialisiert sich auf die geistliche Betreuung ; er gehört selbst der « Fraternité spirituelle des Veilleurs » an. Die spirituelle Begleitung als pastorales Amt ist das Thema seiner Magisterarbeit.

Die Leistungen des Pfarrers in der Gemeinde

C. wird 2004 zum Pfarrer einer Gemeinde ernannt, die 2 Kirchen und 2 Pfarrer hat.

Es gibt dort 700 Familien unterschiedlichen Ursprungs mit etwa 40 Kindern, mehrere Ethnien, von denen die Gruppe aus Madagaskar ziemlich groß ist.

Die Association d’Entraide beschäftigt 60 ehrenamtliche Helfer, die Mahlzeiten für die Lebensmittelbank und Französischkurse für Erwachsene betreuen.

Der Pfarrer C., hat folgende Missionen :

  • Alle drei Wochen den Gottesdienst, den Konfirmandenunterricht und pastorale Handlungen zu gewährleisten : Taufen, Eheschließungen, Bestattungen.
  • Die spirituelle Betreuung der Gemeindeglieder auszuüben : das schließt ein, Besuche zu machen oder zu erhalten.
  • Der Referent für den Hilfsdienst (Entraide) zu sein, der vor allem vom Evangelium zeugen soll.
  • Das Programm « Alpha » zu leiten ; die evangelische Ausbildung, die allen offensteht, umfasst einen Zyklus von 11 Unterrichtswochen (jeder Sitzung folgt ein Abendessen, bei dem man sich austauscht), hinzu kommt eine Zeit der Besinnung und Meditation. Es gibt zwei Zyklen pro Jahr. Diese Kurse funktionieren dank der Mundpropaganda und ziehen etwa 15 Teilnehmer pro Zyklus an ; sie können zu einer Taufe oder einem ‚accueil liturgique‘ führen. In den letztes zweieinhalb Jahren wurden 6 Taufen in diesem Rahmen vorgenommen.
  • Die Gefängnisseelsorge zu gewährleisten und Zellenbesuche zu machen.
  • Die spirituelle Betreuung einer Sektion der christlichen Unternehmer und Leiter der Stadt zu gewährleisten ; diese Zusammenkünfte finden monatlich statt.

Der Pfarrer C. ist Mitglied im Regionalrat (Osten) der reformierten Kirche und der C.I.R.P.E. (Coordination interrégionale pour l’Évangélisation).

Er leitet den jährlichen Gottesdienst mit den Vertretern der Stadt und kümmert sich um zahlreiche ökumenische Austauschprojekte.

Aber der Pfarrer, und das gehört auch zu seiner Mission, muss sich auch ausruhen können, neue Kräfte schöpfen und vielleicht eine Zeit der Besinnung und Meditation gönnen.

Die Leiden im Leben des Pfarrers

C. hat Schwierigkeiten, seine Zeit zwischen Beruf und Familie aufzuteilen, insbesondere Zeit mit seinen Kindern zu verbringen.

Es fällt ihm auch manchmal schwer, die erdrückende Last von jenen auf sich zu nehmen, die sich wegen einer geistlichen Betreuung an ihn wenden : ‚In den Familien sind die Wunden am tiefsten. In diesem Fall muss man sich im Gebet von ihnen befreien können‘.

Man darf sich nicht von den administrativen Aufgaben überwältigen lassen : in dieser Gemeinde gibt es eine halbtags beschäftigte Sekretärin.

Die Freuden

C. lebt in ausgezeichnetem Einvernehmen mit dem anderen Pfarrer, und sie ergänzen sich gegenseitig.

Es herrscht Übereinstimmung mit dem Ältestenrat und dem Präsidenten des Regionalrats.

Eine Besserung bei denjenigen, die Leid erfahren, zu sehen, wie sie ihre Ängste und Depressionen bewältigen, insbesondere auf Grund der Annahme durch eine Gemeinschaft, in der sie sich frei und nicht beurteilt fühlen.

Die Freude jener zu teilen, die den Glauben entdecken oder eine Vertiefung und Bindung wünschen.

Perspektiven und Wünsche

C. möchte diese Stelle auch nach Ablauf der 5 Jahre beiberhalten, die man gewöhnlich auf seinem ersten Posten verbringt, damit er sich für Projekte engagieren kann, die diesen Zeitraum überschreiten, insbesondere für die Entwicklung der Evangelisierung dieser Region.

Er will aber nicht seinem Werdegang vorgreifen…

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