Louis Du Guernier (1614-1659)

Louis Du Guernier entstammt einer reformierten Familie, zu der mehrere Künstler gehören, unter denen Louis Du Guernier der bedeutendste ist. Er hängt an seiner Religion, ist dabei jedoch geistig aufgeschlossen und tolerant.

Der Künstler

Félibien, einem engen Freund des Künstlers, zufolge, war der Großvater des am 14. April 1614 geborenen Louis Du Guernier ein Mann, “der im Parlament von Rouen ein gewichtiges Amt innehatte”, aber dann in den Religionskriegen seinen ganzen Besitz verloren habe. Der frühe Tod seines Vaters zwingt ihn, Miniaturen zu malen, um den Lebensunterhalt für die zahlreichen Geschwister zu verdienen, unter denen er der Älteste ist und von denen mehrere den Künstlerberuf ergreifen werden.

Seine Schwester Suzanne heiratet den Maler Sébastien Bourdon, einen Freund von Louis. Dieser ist in dem protestantischen Milieu der Künstler und Goldschmiede sehr präsent. Samuel Bernard, der mit ihm arbeitet, hat sein Porträt graviert.

Er ist eines der ersten Mitglieder der Académie. Er tritt ihr am 16. August 1651 bei und gehört damit zu den Zwölf Ältesten. Am 6. Juli 1655 wird er als Professor berufen.

Ein starke, fesselnde und tolerante Persönlichkeit

Die Persönlichkeit von Louis spricht viele seiner Zeitgenossen an, wie Félibien, mit dem ihn eine solide und enge Freundschaft verbindet und der erklärt, er kenne “niemanden seines Alters, der ihm an Mäßigung und Besonnenheit gleichkommt…Sein Wissen und seine Fähigkeit, gut zu malen, waren bei ihm die am wenigsten schätzenswerten Eigenschaften, und er besaß eine Schönheit der Seele, die alles, was ich darüber sagen könnte, weit übertraf. Wenn mich die Vortrefflichkeit seiner Arbeit veranlasst hatte, seine Bekanntschaft zu suchen, so waren es seine guten Sitten und seine persönlichen Vorzüge, die mich ihn lieben und oft seine Gegenwart suchen ließen. Die Unterhaltung mit ihm war liebenswürdig und angenehm, seine Vergnügungen harmlos : alles war ernst bei ihm ; er hatte nichts Verdrießliches : man brachte ihm Achtung entgegen und hatte keine Angst vor ihm ; er erschien äußerst kühl und zurückhaltend, aber höflich und rechtschaffen ; er war ein Feind des Lasters, ohne ein Feind ehrlicher Vergnügungen zu sein. Er liebte Musik, spielte sehr gut auf der Laute, las gern gute Bücher und hatte ein sicheres Urteil, er sprach nie über seine Religion. Wenn er über die Unsrige sprach, so tat er dies auf eine besonnene, redliche Art ; und in allem was er tat, war stets etwas Edles und Großherziges.”

(« personne de son âge qui eust une modération et une sagesse égale à la sienne…Son scavoir & son habilité à bien peindre estoient en luy les qualitez les moins estimables & il avoit une beauté d’ame qui surpassoit de beaucoup tout ce que j’en pourrois dire. Si l’excellence de son travail m’avoit fait rechercher à le connoître, ses bonnes mœurs et son mérite personnel m’engagèrent à l’aimer, et à le voir souvent. Sa conversation estoit douce et agréable, ses divertissemens innocens : tout etoit sérieux en luy ; il n’y avoit rien de chagrin : on respectoit son abord, et on ne l’appréhendoit pas ; il paroissoit extrêmement froid et retiré, mais civil et honneste ; ennemi des vices, sans être ennemi des honnestes divertissemens. Il aimoit la Musique, touchoit fort bien le théorbe, se plaisoit à la lecture des bons livres, en jugeoit fort bien, ne parloit jamais de sa Religion. S’il parloit de la nostre , c’estoit d’une manière sage et honneste ; & dans toutes ses actions on voyait toûjours quelque chose de noble & de genereux. »)

Er ist der Taufpate eines der Kinder von Henri Testelin, das in der reformierten Kirche von Charenton getauft wird, und seine inzwischen verwitwete Frau wird Patin eines anderen Kindes von Henri Testelin.

Er stirbt am 16. Januar 1659 in seinem Domizil am Quai de l’Horloge und wird am folgenden Tag auf dem Friedhof des Faubourg Saint-Germain beerdigt.

Autor: Hélène Guicharnaud

Bibliographie

  • Bücher
    • FELIBIEN A., Entretiens sur les vies et les ouvrages des plus excellents peintres anciens et modernes, Paris, 1666-1668
    • FIDIERE O., Etat civil des peintres et sculpteurs de l’Académie royale : billets d’enterrement de 1648 à 1713, Charavay frères, Paris, 1883
    • JAL A., Dictionnaire critique de biographie et d’histoire, Plon, Paris, 1867, Volume 4
    • MONTAIGLON, Anatole de (sous la direction de), PV de l’Académie royale de peinture et de sculpture
    • THUILLIER J., Catalogue de l’exposition Bourdon, Montpellier-Strasbourg, 2000-2001

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