François de La Noue (1531-1591)

François de La Noue, ein hugenottischer Adliger, der den Beinamen « Bras de fer » (Eisenarm) trägt, wurde als Militärchef und Verfasser von Erinnerungen an die Religionskriege bekannt.

Er gehört einer bretonischen Adelsfamilie an.

  • François de La Noue (1531-1591), gravure de Martin-Claverie
    Francois de la Noue (1531-1591), Druck von Martin-Claverie © Collection privée

François, Seigneur de La Noue Briord, wird 1531 in der Bretagne geborenen. Auf Grund der Familientradition steht er zuerst im Dienst des Königs von Frankreich. Wie sein Vater Kammerherr bei Franz I. war, wird er Page bei Heinrich II.. Danach macht er in der Armee Karriere. Er bekennt sich sehr früh schon zum Protestantismus (1558), nachdem François d’Andelot, der Bruder des Admirals Coligny in die Bretagne gekommen ist. Von da an verknüpft er mit der Familie de Châtillon enge Glaubens -und Treuebande.

Er nimmt an den Religionskriegen teil.

Vom ersten Religionskrieg an nimmt er an den Kämpfen teil, an der Schlacht von Dreux (19. Dezember 1562), in der Condé, der Chef der Protestanten, gefangengenommen wird. Im zweiten Krieg (1567-1568) ist er bei der Schlacht von Saint-Denis (10. November 1567) dabei, als der Connétable de Montmorency tödlich verletzt wird. La Noue nimmt Orléans ein, das zum Hauptquartier der Hugenotten wird.

Der Friede von Longjumeau (23. März 1568), der den zweiten Krieg beendet, dauert nur fünf Monate, « méchante petite paix » schreibt La Noue. Bei seinem Ende sind die Reformierten mit Furcht erfüllt und fangen an, sich nach Verbündeten außerhalb des Landes umzusehen. Im August schließen sie eine Übereinkunft mit jenen, die sich in den spanischen Niederlanden gegen Philipp II. auflehnen (“les gueux”), der sie schrecklich unterdrückt. Man sprach von einer Internationalisierung des Konfliktes.

Im dritten Religionskrieg (1568-1570) wird er von Condé zum Gouverneur der Provinzen Poitou, Aunis und Saintonge ernannt, danach löst er François d’Andelot an der Spitze der hugenottischen Infanterie ab. Er wird in Jarnac (März 1569) gefangengenommen und auch in Moncontour (November 1569). 1570 hat er das Kommando bei der Belagerung von Fontenay, er wird schwer verletzt. Man muss ihm den linken Arm abnehmen, daher sein Beiname « Bras-de-fer ». Als 1570 Frieden geschlossen wird, kann La Noue seinen Gehorsam gegenüber dem König und seine Ehrfurcht vor dem reformierten Glauben verbinden.

1572 schließt er sich Ludwig von Nassau an, um die Aufständischen in den Niederlanden zu unterstützen. Er nimmt Valenciennes, dann Mons ein, doch mangels Hilfe muss sich Mons am 28. September 1572 ergeben. La Noue ist zu Sankt Bartholomäus also nicht in Paris.

Im vierten Krieg erhält er von Karl IX. einen heiklen Auftrag : er soll in La Rochelle eine Aussöhnung zwischen der Stadt und dem König herbeiführen. Trotz seines aktiven Einsatzes bei den Verhandlungen erreicht er nichts und verlässt die Stadt (1573). Das Friedensedikt (Edikt von Boulogne im Juli 1573) wurde nicht in die Tat umgesetzt. Er verspürt deswegen einen tiefen Groll, der ihn dazu führt, seine Position zu verhärten und seine Haltung dem König gegenüber zu ändern.

Er nähert sich den Unzufriedenen, die sich um François d’Alençon, den jungen Bruder des Königs, versammeln. Nach dem sechsten Krieg engagiert er sich wieder in den Niederlanden. Aber er wird 1580 von den Spaniern gefangengenommen, die ihn fünf Jahre lang im Schloss von Limburg festhalten. Dort verfasst er seine berühmten Discours politiques et militaires. In seinen letzten Lebensjahren kämpft er für den König gegen die Liga. Er stirbt 1591 an den Folgen einer Verwundung.

Der Schriftsteller

Les Discours politiques et militaires, die 1587 erschienen (letzte Ausgabe Genf, Droz, 1967), ist ein sehr interessantes historisches Werk. Indem er sich auf seine Erfahrung stützt, analysiert der Autor mit Schärfe die politische Situation Frankreichs. Er empfiehlt eine Politik der Toleranz und drückt zugleich seinen Glauben an das Handeln aus. Er liefert außerdem eine gründliche Studie der militärischen Kunst und Strategie. Am Ende denkt er über die Rolle und den Platz des Adels im Königreich Frankreich nach. Er spricht sich für die Gründung von Akademien aus, die den jungen Adligen eine vielseitige Ausbildung ermöglichen und diese sowohl auf militärische als auch auf zivile Funktionen vorbereiten sollen.

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Bibliographie

  • Bücher
    • BOURGEON, Jean-Louis, De Mons à la Rochelle via Paris ou les paradoxes de Monsieur de La Noue, SHPF, Paris, 1992, Volume 1
    • HAUSER Henri, François de La Noue, rééd. Slatkine, Paris, 1970
    • HUSEMAN, William H., La personnalité littéraire de François de La Noue, 1531-1591, Librairie Nizot, Paris, 1986, Volume 1
    • VRAY Nicole, François de La Noue : Bras de fer, La crèche, Geste, 2001

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