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Dieser Gesetzesakt ist der bedeutendste der Regierung von Henri IV., da er nach 36 Jahren des Bürgerkrieges ein friedliches Zusammenleben von Katholiken und Protestanten ermöglicht.
| Ein souveräner Staatsakt |
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Das Edikt von Nantes ist von Henri IV. trotz zahlreicher Schwierigkeiten als ein Beweis seiner unabhängigen Staatsgewalt gewollt und den Franzosen auferlegt worden. In diesem Punkt unterscheidet es sich von den vorangegangenen Friedensedikten, die ihm inhaltlich zum Vorbild gedient haben, die aber alle sofort wieder infrage gestellt wurden. Sein unmittelbares Ziel ist die Schaffung inneren Friedens, sein weiterreichender Anspruch aber besteht darin, religiöse Einheit herbeizuführen. In der Präambel des Edikts gibt der König seiner Hoffnung Ausdruck, daß "die Einrichtung eines guten Friedens" seinen "Untertanen von der vorgeblich reformierten Religion" den Weg der Rückkehr zur "wahren Religion" ebne, nämlich seiner eigenen, der "katholischen, apostolischen und römischen Religion". Die Erarbeitung dieses Edikts war eine heikle Angelegenheit und hat langwierige Verhandlungen mit allen Betroffenen erfordert. Es ging darum, Katholiken wie Protestanten zu beschwichtigen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Hieraus entstand ein Kompromiß : das Edikt stellt Katholiken und Protestanten in zivilrechtlicher Hinsicht gleich und legt die Bedingungen ihres Zusammenlebens fest ; die Ausübung des reformierten Glaubens wird jedoch beschränkt. |
| Das Edikt : vier verschiedene Dokumente | ||||
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| Die Bestimmungen des Edikts von Nantes | ||||
Etliche Bestimmungen sind für die katholische Kirche vorteilhaft :
Andere Bestimmungen sind für die Protestanten vorteilhaft :
Darüber hinaus enthält das Edikt verschiedene allgemeine Bestimmungen :
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| Die Registrierung des Edikts |
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Wie jedes andere Edikt auch, muß das Edikt von Nantes von den Obersten Gerichtshöfen (parlements) in das Gesetzesregister eingetragen ("registriert") werden, um Rechtskraft zu erlangen. Einige Gerichtshöfe weigern sich, diesen Akt zu vollziehen. Henri IV. erzwingt die Registrierung in Paris, aber in Rouen (Normandie) wird das Edikt erst 1609 registriert. |
| Vom Erlaß des Edikts bis zu seiner Aufhebung ein Jahrhundert später | ||||
Bis zu seinem Tode (1610) überwacht Henri IV. persönlich die Einhaltung des Edikts. Er erlaubt den Protestanten aus Paris sogar, sich zu ihrem Gottesdienst in Charenton zu versammeln, also innerhalb der ihnen eigentlich verbotenen Fünf-Meilen-Zone rund um die Hauptstadt. Unter Ludwig XIII. verlieren die Protestanten ihre Sicherheitsplätze. Ihre Lage hängt nun einzig und allein vom Wohlwollen des Königs ab. Zu Beginn der Regierung Ludwigs XIV. (1643-1660) bleibt der Religionsfriede gewahrt. Als Ludwig XIV. nach dem Tode seines Ministers Mazarin (1661) die Regierungsgeschäfte selbst in die Hand nimmt, wird das Edikt von Nantes jedoch immer enger ausgelegt und mit zunehmenden Einschränkungen angewandt. 1681 beginnt schließlich die offene Verfolgung der Protestanten : die königliche Kavallerie ("Dragoner") verbreitet Angst und Schrecken, um die Protestanten zum Glaubenswechsel zu zwingen. Diese "Dragonaden" terrorisieren die Protestanten in ganz Frankreich. 1685 widerruft Ludwig XIV. das Edikt von Nantes durch sein Edikt von Fontainebleau, da seiner Meinung nach die allermeisten Protestanten inzwischen zum Katholizismus übergetreten sind und das Edikt daher gegenstandslos geworden ist. |
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